Geistliches Wort
(dem aktuellen Pfarrbrief entnommen)
VON DER FREUDE DES CHRISTEN
´Vergiss die Freude nicht!´ So heißt das Buch eines angesehenen Theologen Phil Bosmans. Das ist nicht nur ein Motto für die Fastnachtstage. Es ist ein Motto für unser ganzes Leben, als Menschen und als Christen. Die Freude ist eine Grundhaltung von uns Christen, die aus dem Leben kommt. Durch Jesus Christus sind wir erlöst, erlöst von der Macht der Sünde und des Bösen, befreit von Angst und Verzweiflung.
Gott hat uns Leben geschenkt- für diese Weltzeit, und er will uns Leben schenken, das auch im Tod nicht untergeht. Das ist der Kern unserer Hoffnung, der Grund unserer Freude.
Auf einer Spruchkarte heißt es: ´Wussten Sie schon, dass man für ein ernstes Gesicht 87 Muskeln braucht, für ein fröhliches nur 13. Warum wollen Sie Ihr Gesicht so strapazieren?´
Der Kirchenvater Isidor von Sevilla (560-636) definierte den Menschen als ´ein vernunftbegabtes, sterbliches, zum Lachen und zur Bildung fähiges Wesen´. Das Lachen gehört also zum Wesen des Menschen. Und der schwedische Erzbischof Nathan Söderblom (1866-1931) hat einmal gesagt: ´Man kann den Menschen keinen größeren Dienst erweisen, als sie zum Lachen zu bringen.´
Mark Twain hat einmal den Stoßseufzer losgelassen: Lieber Gott, mach doch bitte die bösen Menschen besser und die guten etwas netter!´ Dieses Gebet trifft genau den Vorwurf von Friedrich Nietzsche: ´Erlöster müssten sie aussehen, die Christen.´ Welchen Christen sind Mark Twain und Friedrich Nietzsche wohl begegnet? Ich weiß es nicht. Jesus jedenfalls dürfen sie nicht zum Kronzeugen eines griesgrämigen Christentums machen.
Wenn wir an einen frohen Jesus glauben, wenn wir seine frohe Botschaft fröhlich-ernst nehmen, ist es uns aufgetragen, andere Menschen mit Freude anzustecken. Freude, die sich auch im Lachen und Humor äußert, ist geradezu eine Werbung für glaubwürdiges Christentum. Wenn mir ein Friseur mit einer Glatze ein unfehlbares Mittel gegen Haarausfall empfiehlt, schaue ich nur mit viel Skepsis auf seine Glatze. Für uns heißt das: Ob die frohe und frohmachende Botschaft Christi den Menschen glaubhaft erscheint, das hängt auch davon ab, ob wir Christen frohe Menschen sind. Deshalb wurde einmal ein interessanter Vorschlag gemacht: Die Allerheiligenlitanei müsste um zwei Bitten ergänzt werden: ´Dass du uns vor dem tierischen Ernst bewahren wollest´ und ´Dass du uns einen gesunden Humor schenken wollest!´.
Humor hat, wer trotzdem lacht. Lachen und froh sein, trotz des Ärgers, den man hat, trotz Enttäuschungen, die einem widerfahren, trotz Sorgen und Probleme, die einen bedrängen.
Der Glaube an Jesus Christus macht uns zu solchem Humor fähig. Jesus war ein froher Mensch und er hat uns verheißen, dass unser Leben einmal gut ausgehen wird. Auf ihn können wir uns verlassen! Darum gilt auch für uns, was der Apostel Paulus an die Philipper geschrieben hat: ´Freut euch zu jeder Zeit!´
Freut euch nicht nur wenn Fastnacht gefeiert wird! Freut euch zu jeder Zeit!
Ihr Pfarrer Karl Zirmer
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